Ratgeber

Fitnessstudio 24/7 öffnen: mehr Umsatz ohne mehr Personal

Ein Fitnessstudio 24/7 zu öffnen klingt nach mehr Umsatz, aber nur, wenn die Rechnung aufgeht. Dieser Ratgeber zeigt, woher die zusätzlichen Einnahmen kommen, wie Sie mit Ihren eigenen Zahlen rechnen, was Sie für Zutritt, Kameras, Hausordnung und Versicherung klären müssen und wie Sie mit einer Testphase starten, bevor Sie sich festlegen.

Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Woher kommt der zusätzliche Umsatz?

Die Idee ist einfach: Fläche, Geräte und Miete bezahlen Sie ohnehin, auch nachts und am frühen Morgen. Jede Stunde, in der das Studio zusätzlich offen ist, ohne dass dafür Personal im Dienst ist, kann Einnahmen bringen, ohne die größten Fixkosten zu erhöhen.

Was davon bei Ihnen zutrifft, hängt stark vom Standort ab: Ein Studio neben einem Krankenhaus oder einem Gewerbegebiet mit Schichtbetrieb hat andere Chancen als eines in einer ruhigen Wohnstraße. Üblich sind drei Quellen:

  • Neue Mitglieder, die zu klassischen Öffnungszeiten nicht können: Schichtarbeit, Pflege, Gastronomie, Eltern mit kleinen Kindern, Menschen mit langen Arbeitstagen
  • Bestehende Mitglieder, die öfter kommen, weil sie nicht mehr um die Öffnungszeiten herumplanen müssen. Wer regelmäßig trainiert, bleibt meist länger
  • Ein eigener Tarif für den Zugang rund um die Uhr, zum Beispiel als Aufpreis zum Standardtarif

Wie rechnen Sie, ob es sich lohnt?

Fragen Sie zuerst Ihre Mitglieder. Eine kurze Umfrage, wer vor 6:00 Uhr oder nach 22:00 Uhr trainieren würde und ob dafür ein Aufpreis in Ordnung wäre, kostet nichts und macht die Rechnung ehrlicher.

Dann rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen, nicht mit Versprechen aus Prospekten. Teilen Sie die einmaligen Kosten durch den zusätzlichen Überschuss pro Monat: So sehen Sie, nach wie vielen Monaten sich die Umstellung bezahlt macht. Bei der Zahl der neuen Mitglieder lohnt Vorsicht, denn sie ist der unsicherste Wert der ganzen Rechnung.

In die Rechnung gehören drei Teile:

  • Einmalige Kosten: Lesegerät an Tür oder Drehkreuz, elektrischer Türöffner, Kameras, Installation, Beschilderung
  • Laufende Kosten: Strom, Heizung und Lüftung für die zusätzlichen Stunden, Reinigung, Wartung, eine möglicherweise höhere Versicherungsprämie
  • Zusätzliche Einnahmen: neue Mitglieder mal Monatsbeitrag, der Aufpreis für den Zugang rund um die Uhr, weniger Kündigungen

Was muss die Zutrittskontrolle können?

Ohne Personal ist der Eingang Ihre Rezeption. Die Zutrittskontrolle im Fitnessstudio muss deshalb drei Dinge können: die Person erkennen, prüfen, ob ihr Tarif gültig ist, und jeden Eintritt festhalten.

Üblich sind Lesegeräte für QR-Codes oder Karten an der Tür oder am Drehkreuz, verbunden mit der Verwaltungssoftware. Wichtig ist, dass die Prüfung in dem Moment läuft, in dem jemand vor der Tür steht: Wer gekündigt hat oder dessen Tarif abgelaufen ist, kommt nicht mehr hinein, auch wenn die alte Karte noch in der Tasche steckt.

Das Protokoll der Eintritte ist mehr als ein Sicherheitsthema. Es zeigt Ihnen nach ein paar Wochen, zu welchen Uhrzeiten tatsächlich trainiert wird, und damit, ob die Nachtstunden ihr Geld wert sind.

Denken Sie auch an den Weg hinaus: Notausgänge und Fluchtwege müssen frei bleiben, auch wenn der Eingang elektrisch gesteuert wird. Klären Sie das mit dem Installateur und den Vorgaben zum Brandschutz.

Welche Rolle spielen Kameras?

Kameras im Eingangsbereich und auf der Trainingsfläche schrecken ab und helfen, wenn etwas passiert. In Studios ohne Aufsicht sind sie üblich, aber sie bringen Pflichten mit sich.

Klären Sie vor der Installation mit Ihrer Datenschutzberatung, welche Bereiche gefilmt werden dürfen, wie lange Aufnahmen gespeichert werden, wer sie ansehen darf und wie Sie Mitglieder und Gäste darauf hinweisen. Planen Sie die Kameras zusammen mit dem automatischen Zutritt, damit Eingang, Licht und Blickwinkel zusammenpassen.

Kameras ersetzen keine Notfallplanung. Wer nachts allein trainiert und sich verletzt, braucht einen Weg, Hilfe zu rufen: ein Telefon in Reichweite, einen Notrufknopf und eine klare Anweisung in der Hausordnung.

Welche Regeln und Versicherungen müssen Sie klären?

Ein Studio ohne Aufsicht braucht Regeln, die jedes Mitglied vor dem ersten Training kennt. Die Vorgaben unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz und teils von Gemeinde zu Gemeinde, und dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Diese Themen sollten Sie mit Rechtsberatung, Versicherung und Vermieter besprechen, bevor Sie die Öffnungszeiten ändern:

  • Hausordnung: wer allein trainieren darf, Mindestalter, Gäste, Umgang mit freien Gewichten
  • Notfälle: Notrufnummer gut sichtbar, Erste-Hilfe-Ausstattung, eventuell ein Notrufknopf, und wer im Ernstfall informiert wird
  • Versicherung: Haftpflicht und Inventar für die Zeiten ohne Personal
  • Mietvertrag und Nachbarschaft: erlaubte Nutzungszeiten, Lärm, Zugang zum Gebäude in der Nacht
  • Mitgliedsvertrag: ein klarer Hinweis, zu welchen Zeiten kein Personal vor Ort ist

Wie starten Sie am besten?

Nicht gleich mit 24 Stunden. Bewährt hat sich, zuerst die Randzeiten zu verlängern, zum Beispiel ab 5:00 Uhr und bis Mitternacht, und erst zu erweitern, wenn die Zahlen stimmen. Halten Sie sich die Rückkehr offen: Wenn die Nacht nicht genutzt wird, ist das auch ein Ergebnis, und Sie haben trotzdem einen Eingang, der ohne Empfang funktioniert.

Kündigen Sie die neuen Zeiten früh an, in Yeki etwa mit einer Mitteilung an alle Mitglieder. Wer zum ersten Mal ohne Personal trainiert, braucht eine kurze Einführung: wie der Eintritt funktioniert, wo der Notrufknopf ist, was für Gäste gilt. So kann der Ablauf aussehen:

  • Mitglieder fragen, wer zu welchen Zeiten kommen würde
  • Zutritt, Kameras und Hausordnung einrichten, Versicherung und Vermieter informieren
  • Mit verlängerten Zeiten starten und vier bis acht Wochen lang das Eintrittsprotokoll auswerten
  • Entscheiden: weiter ausbauen, so lassen oder zu den alten Zeiten zurück

Wie hilft Yeki beim Studio rund um die Uhr?

In Yeki kommen Ihre Mitglieder mit dem QR-Code aus der App oder dem Pass im Wallet ins Studio, zu jeder Uhrzeit und nur mit gültigem Tarif. Das Lesegerät an Tür oder Drehkreuz prüft den Tarif, öffnet oder bleibt zu, und jeder Eintritt landet im Protokoll, auch die abgelehnten. Genau dieses Protokoll brauchen Sie für die Testphase: Es zeigt, wie viele Besuche in die neuen Stunden fallen.

Bei den Kameras helfen wir Ihnen bei der Einrichtung: Wir beraten bei der Auswahl und koordinieren die Installation, wenn nötig mit einem Installateur. Die Kameras laufen nicht über die App. Alles andere steckt in derselben kostenlosen Fitnessstudio-Software, ohne Grundgebühr:

  • Tarife, Zehnerkarten und Einzelstunden in der App verkaufen, mit dem Geld direkt auf Ihrem Konto, auch in Raten
  • Offene Beträge in einer Liste und Zahlungserinnerungen mit einem Tipp
  • Mitteilungen an alle Mitglieder, wenn sich Öffnungszeiten oder Hausordnung ändern
  • Trainingspläne mit Übungsvideos, damit auch um 5:00 Uhr niemand ohne Plan trainiert
  • Die Liste der Mitglieder, die abzuwandern drohen, damit längere Öffnungszeiten nicht nur neue Mitglieder bringen, sondern auch die bestehenden halten
Der QR-Code für die Tür in der Yeki-App.

Häufige Fragen zum Studio rund um die Uhr

Lohnt sich ein 24-Stunden-Fitnessstudio?

Das hängt vom Standort und von Ihren Mitgliedern ab. Es lohnt sich eher, wenn viele Menschen in der Nähe zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten und die zusätzlichen Kosten für Zutritt, Kameras und Strom gering bleiben. Eine Testphase mit verlängerten Randzeiten zeigt es Ihnen, bevor Sie viel investieren.

Braucht ein 24/7-Studio Personal?

Nicht rund um die Uhr. Viele Studios haben zu den Hauptzeiten Personal und lassen die übrigen Stunden mit Zutrittskontrolle, Kameras und Hausordnung laufen. Ob das bei Ihnen zulässig ist, klären Sie mit Versicherung und Vermieter.

Welche Versicherung braucht ein Fitnessstudio ohne Personal?

Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung über Haftpflicht und Inventar für die Zeiten ohne Aufsicht. Versicherer fragen oft nach Zutrittskontrolle, Kameras, Notfallplan und Hausordnung, deshalb lohnt es sich, diese Punkte vorher zu klären.

Wie verhindere ich, dass Nichtmitglieder mit hineinkommen?

Mit einem Drehkreuz statt einer offenen Tür, Kameras am Eingang und einer klaren Regel zu Begleitpersonen. Das Protokoll der Eintritte zeigt Ihnen außerdem auffällige Muster, etwa abgelehnte Versuche zu ungewöhnlichen Zeiten.

Das App-Symbol von Yeki

Die Yeki-App

Kostenlos für alle, die mit einem Studio oder einem Profi auf Yeki trainieren.